
1.1. Grundforderungen
Uhing-Lineartriebe® erfordern grundsätzlich induktiv oberflächengehärteten Wellenstahl, geschliffen und gefinished.
Mindestanforderungen:
- Oberflächenhärte: 50 HRC
- Durchmessertoleranz: h6
- Rundheit: max. die Hälfte der zulässigen Gesamtdurchmesserabweichung nach ISO Toleranzfeld h6
- Rundlauftoleranz (DIN ISO 1101): < 0,1 mm/m
- Oberflächenrauhheit: Mittenrauhwert (DIN 4768 T.1) Ra: < 0,35 µm
1.2. Uhing®-Präzisionswellen
Normalausführung:
Werkstoff Cf 53, Wst.-Nr.1.1213 induktiv oberflächengehärtet, 60-64 HRCRostbeständige Ausführung:
Werkstoff X 40 Cr 13, Wst.-Nr. 1.4034 induktiv oberflächengehärtet, 51 - 55 HRCRost- u. säurebeständige Ausführung:
Werkstoff X 90 CrMoV 18 Wst.-Nr.1.4112 induktiv oberflächengehärtet, 52 -56 HRC
- jeweils geschliffen und supergefinished,
- Oberflächenrauhheit: Mittenrauhwert (DIN 4768 T.1) Ra: < 0,35 µm
- Durchmessertoleranz: h6
- Rundheit: max. die Halbe der zulässigen Gesamtdurchmesserabweichung nach ISO, Toleranzfeld h6
- Rundlauftoleranz (DIN ISO 1101): < 0,1 mm/m
1.3. Uhing®-Präzisionswellen mit besonderer Rundlauftoleranz
Ausführungen wie vorstehend, jedoch Rundlauftoleranz (DIN ISO 1101): < 0,03 mm/m
1.4. Stirnseitige Fase
Um Beschädigungen der Rollringe beim Aufschrauben der Lineartriebe auf die Welle zu vermeiden, muß diese stirnseitige Fasen erhalten.
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Um das Eindrehen der Welle in das Getriebe zu erleichtern, muß auf die richtige (der Druckschraube gegenüberliegend) Einschraubseite geachtet werden.![]()
Bei Getrieben der Baureihen Kl und RG4-15/20/22/30-2 ist die Einschraubseite nicht vorgegeben.
Die mechanische Umschaltung der Rollringgetriebe ist drehrichtungsabhängig. Sie funktioniert nur, wenn das Getriebe mit der bestellten Drehrichtung betrieben wird (Ausnahme: Ausstattung D).
Bei Änderung der Drehrichtung muß die Steigungssymmetrie überprüft und ggfs. neu justiert werden.
3.1. Momentumschaltung (Ausstattung M)
Funktion: Durch das Anfahren eines Hubendanschlages werden die Federn im Sprungschaltwerk gespannt und geben ihre Energie nach Überschreiten der Totpunktlage schlagartig an den Umschaltmechanismus ab.
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Für die Betätigung ist ein Mindesthub von ca. einem Wellendurchmesser (steigungsabhängig) erforderlich.Ebenfalls steigungsabhängig ist die Umschaltzeit (s. Auslegung Diagramm 2). Dadurch ergibt sich bei Steigungsvergrößerung eine geringfügige Hubverlängerung (und umgekehrt).
Einflüsse auf die Hublänge ergeben sich auch, wenn bei festem Steigungswert durch wesentliche Veränderung der Wellendrehzahl die Getriebegeschwindigkeit variiert. Innerhalb der Umschaltzeit legt das Getriebe dann unterschiedliche Wege zurück.
Getriebe schneller = Hubzuwachs,
Getriebe langsamer = Hubreduzierung.
3.2. Verzögerte Umschaltung (Ausstattung V)
Funktion: Ein zusätzlicher Rollenhebel läuft kurz vor dem Umschaltpunkt in V-förmige Verzögerungskurven ein und wird dadurch geschwenkt. Diese Schwenkbewegung verringert die eingestellte Getriebesteigung zum Umschaltpunkt hin soweit, daß die anschließende Momentumschaltung bei stark reduzierter Hubgeschwindigkeit erfolgt.
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Durch die Verzögerung des Umschaltvorganges werden die Massenkräfte reduziert und große Hubgeschwindigkeiten schlupffrei möglich.
Die verzögerte Umschaltung ist überwiegend wegabhängig. Veränderungen der Steigung wirken sich nicht auf die Hublänge aus.
Die Steigung ist der Vorschub pro Wellenumdrehung. Sie ist beim Uhing-Rollringgetriebe zwischen ~ Null und einem Maximalwert veränderlich. Die Einstellung kann im Stillstand oder während des Betriebes vorgenommen werden.
Es gibt folgende Einstellmöglichkeiten:
Kinemax:
Selbstsichernder Knopf für stufenlose Einstellung.RG Ausstattung C:
Rastskala mit 100 Stufen für den gesamten Steigungsbereich. (RG 50/60/80: 50 Stufen)RG Ausstattung S:
Stellschrauben zur getrennten stufenlosen Einstellung für jede Hubrichtung.RG Ausstattung Z:
Schneckentrieb zur stufenlosen Einstellung der Steigung. Fernbedienung vom Lagerbock aus möglich.Hinweis:
Mit Ausnahme von Ausstattung S wird die Steigung generell für beide Hubrichtungen gleichzeitig verstellt. Die Differenz der Steigungswerte wird werkseitig auf max. 1 % begrenzt.
5. Nutzlast mit eigener Führung
Werden Uhing®-Rollringgetriebe zum Bewegen von Nutzlasten mit eigener Führung verwendet, muß im Koppelpunkt ein Parallelitätsausgleich zwischen Getriebewelle und Führung vorgesehen werden. 
Außerdem ist der Abstand zwischen Koppelpunkt und Getriebe so gering wie möglich zu halten, da Drehmomente die Getriebeschubkraft beeinflussen.
Die ideale Koppelung ist deshalb drehmomentfrei nach Bild 2 und 3.

Bild 2: Stirnseitige Koppelung
Bild 3: Seitliche Koppelung
Es ist auf die Zuordnung von Lastwirkrichtung und Druckschraubenposition zu achten, um Schubkraftverluste zu vermeiden. (Gilt nicht für Kl3-15-4 und RG4-15/20/22/30-2). Bei der dargestellten Einbaulage ergibt sich während der Aufwärtsbewegung eine Schubkraftverstärkung.
Bei Einsatz eines Freischalters ist vor Betätigung sicherzustellen, daß die Last nicht unkontrolliert absinken kann: Verletzungsgefahr! 
7. Stillstände bei rotierender Welle
Mit Verzögerungskurven (Ausstattung V) bzw. Steuerhebel (Ausstattung H, K) ausgerüstete Rollringgetriebe lassen sich bei entsprechender Justierung bis zum Stillstand (Steigung "0") verzögern, ohne daß die Welle abgeschaltet werden muß. Dies kann erforderlich sein, wenn der Lineartrieb als Vorschubeinheit eingesetzt werden soll und an einem oder beiden Hubenden auf ein Startsignal warten muß. Zwischenstopps innerhalb des Hubes sind ebenfalls möglich. Für Positioniergenauigkeit über ±0,5 mm sind Verzögerungskurven ausreichend, unter ±0,5 mm ist der Steuerhebel erforderlich.
Zur Schonung der Welle empfehlen wir, bei Stillstanden über 5 s und maximal eingestellter Schubkraft, den Wellenantrieb abzuschalten. Die Stillstandzeiten können bei niedrigen Wellendrehzahlen und reduzierten Schubkräften verlängert werden. Im Bedarfsfall bitten wir um Rücksprache.
Durch Abtasten von längs des Hubweges angebrachten Kurvenschablonen mittels eines Rollenhebels läßt sich die Steigung - und damit die Geschwindigkeit - den unterschiedlichsten Bedürfnissen anpassen und exakt wegabhängig wiederholen.
9. Synchronisierung von Bewegungsabläufen
Mit Stellschrauben ausgerüstete Getriebe (Ausstattung S) bieten die Möglichkeit exakter Geschwindigkeitsanpassung an vorhandene Bewegungsabläufe, z.B. beim Trennen vorschiebender Materialien durch mitlaufende Schneideinrichtungen. Besitzen Getriebewelle und Materialvorschub einen gemeinsamen Antrieb, bleibt der Synchronlauf auch bei unterschiedlichen Materialgeschwindigkeiten erhalten.
Zulässig sind -10°C bis +80°C. Ausführungen für andere Temperaturen auf Anfrage.
Zur Schmierung der Welle sind handelsübliche MoS2-freie Wälzlagerfette, z. B. SKF Alfalub LGMT 2, Shell Alvania R2 oder G2, Esso Beacon 2, BP Energrease LS2 zugelassen.
Vorgang:
Welle säubern und das Fett mit einem Lappen hauchdünn verteilen.
Umschaltmechanismus , besonders die Federn, mit zähflüssigem Maschinenöl (SAE 90) schmieren. Nicht erforderlich bei den RGK-Versionen.
Intervall:
Wöchentlich, bei erschwerten Bedingungen, z.B. Getriebestillstand bei rotierender Welle, starker Verschmutzung, Betriebstemperatur höher als 80ºC, empfehlen wir kürzere Abstände.